LustSchmerz... warum?
Lange Zeit stellte ich mir diese Frage nicht. Die Feststellung, dass ich großartige Gefühle erlebte reichte mir. Wozu Ursachenforschung?
Eines Tages erzählte mir eine Bekannte, sie würde sich eigentlich rein gar nichts aus Schmerz machen, aber sie müsste sich während einer Session so auf das ERTRAGEN des Schmerzes konzentrieren, dass sie keine Kraft mehr hätte sich gegen sexuelle Stimulation zu wehren und einen Höhepunkt erleben könne. Sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt den Eindruck erweckt extrem schmerzgeil zu sein, erzählte stolz was sie schon alles ausgehalten hätte, wobei mir die Nackenhaare zu Berge standen.
Es stimmte mich sehr nachdenklich. Ich spürte in mich hinein, ich wollte meine Beweggründe wissen. Schmerz als Ablenkungsmanöver? Sonst nichts?
Nein, das war es nicht... nicht für mich. Ich las viel in Newsgroups, Foren... was ist das mit dem Schmerz?. Ich las von Menschen, die sich dem Schmerz nur zum Zwecke des Endorphinsurfens hingeben, teilweise verbunden mit der Aussage ihr SM wäre vollkommen asexuell. Oder das der Wunsch nach Schmerz ohne Leid sie treiben würde, dass es eigentlich gar kein Schmerz wäre.
Was war es nun für mich? Schmerz ohne Leid.. Schmerz, der nicht wehtut? Oh nein, er tut weh... ich leide. Wenn ich ihn spüre, dann wünsche ich mir, dass er vergeht und irgendwann verändert er sich, wenn der Körper die Endorphine ausschüttet... es wird zum Rausch. Ich fürchte ihn und sehne ihn doch herbei... der Schmerz ist ein heiliger Engel... durch ihn durch zu gehen verleiht Kraft.
Und plötzlich stand es ganz deutlich vor mir... die Faszination des SM. Ich spüre mich in der ganzen Bandbreite meiner Gefühle. Nicht nur die netten, lichten Aspekte des Daseins, nein auch das Dunkle... dieses Wechselspiel aus Schmerz und Streicheleinheiten... aus Leid und Glück. Bloß von nichts ablenken... durchgehen... und dann gipfelnd in den Höhepunkt... erleben des Einheitsgefühls... der kleine Tod... .
Jedes Mal ein Leben in Kurzfassung...